Die ISO 26000, die bei der Internationalen Organisation für Normung (ISO) zum Standard für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Organisationen werden soll, ist in der Wirtschaft heftig umstritten.
Fortsetzung:Seit 2004 ringen Vertreter von allen fünf Kontinenten um diese "Ethiknorm". Nun aber platzte einigen Wirtschaftsvertretern der Kragen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der beim Klimaschutz mit energieeffizienten Vorgaben durchaus Flagge zeigt, forderte das Deutsche Institut für Normung (DIN) schriftlich auf, gegen die ISO 26000 zu stimmen. Zu viel Staatseinfluss, bürokratische Redundanzen und ein erheblicher Kontrollaufwand, kritisiert der ZVEI.
<br>Argwöhnisch betrachten manche Unternehmensvertreter auch die CSR-Initiative der Bundesregierung. Seit fast zwei Jahren versucht das Bundesarbeitsministerium zusammen mit zehn anderen Ressorts und 33 Unternehmen und Verbänden von Arcelor Mittal bis zum Zentralverband des Deutschen Handwerks, eine politische Strategie zu konzipieren. Von CSR-Plattformen ist da die Rede, ein CSR-Label wurde diskutiert, und kleinen Mittelständlern will man ebenfalls auf die Sprünge helfen. <br>Kodex statt Gesetz <br> Dabei sind es gerade Mittelständler, die gesellschaftliche Verantwortung vorleben, weiß CSR-Expertin Elke Kaufmann, die bei der Stiftung Gute-Tat.de für Unternehmensengagement zuständig ist. Sie freut sich über das Interesse kleiner Unternehmen, soziale Projekte in ihrem Umfeld zu unterstützen. Einheitsnormen wären hier womöglich Motivationskiller. <br>Anders sehen dies große Unternehmen wie BMW, die im öffentlichen Rampenlicht und vor allem unter Beobachtung von Nichtregierungsorganisationen stehen. Sie sehnen sich nach Leitplanken. Bei BMW müssen schließlich, so ein Nachhaltigkeitsbeauftragter, Investitionen für bis zu 30 Jahre kalkuliert werden. Da schaffen politische Vorgaben etwa zum Emissionsschutz notwendige Planungssicherheit.